Ein Bürgermeister fährt mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Wein am Nachmittag zu einem “Geburtstagskind” nach Hause. Es ist heute 80 Jahre jung geworden. Der Bürgermeister klingelt an der Haustür des Reihenhäuschens, der Jubilar öffnet. ”

Das ist aber schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben mir zum Geburtstag zu gratulieren!”, dann dreht er sich zur Seite und ruft in den zweiten Stock des Hauses.

“Mama, komm mal runter. Stell dir vor, der Bürgermeister ist gekommen!”

Älter werden im demografischen Wandel ist eine unserer größten Errungenschaften, seit mehr als siebzig Jahren kein Krieg in Europa, kein Erzfeind, keine neuen Soldatenfriedhöfe, keine Kriegswaisen, einfach Frieden, zumindest bei uns. Und medizinischer Fortschrift in einem nicht vorhersehbaren Maße, fast jedem von uns wurde dadurch zumindest das Leben erleichtert, wenn nicht, wie auch mir, erhalten. Menschen sind schnell fortgeschritten, schauen Sie mal durch ihr Leben.

Aber wir müssen nun in kürzester Zeit und gleichzeitig mit Bedacht lernen mit diesen positiven Veränderungen und meist sehr pragmatischen Herausforderungen zurecht zu kommen. Unsere Gesellschaft, die Familien, die Lebens- und Denkweisen “altersgerecht” umgestalten, gerade auch unter dem Aspekt des “weniger” werden.

Sie kennen den Spruch: “Wir werden älter und weniger !” , er ist nicht korrekt. Wir sind älter und weniger, wir werden noch älter und weniger! gibt die Realität wieder.

Keine Panik, demografischer Wandel ist kein Damoklesschwert. Wandel ist gerade im ländlichen Raum seit Jahrtausenden alltägliche Übung.  Wir brauchen wie immer engagierte Bürgerinnen und Bürger, die Ihre Gedankenwelt und ihr Lebensumfeld neu denken und leben. Verwaltungen, Behörden, Vereine und Verbände die nachhaltig planen und arbeiten und Volksvertreter, die weit über die Legislaturperiode hinaus schauen.  Noch so am Rande: Kinder, Kinder, Kinder……….Wir müssen nicht nur darüber reden.

Übrigens, ich geh mit Neunzig aufs Klassentreffen!

Otmar Weber, ich mache dorfglück.